Michael Ebmeyer

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Steckbrief

geboren am: 10.1.1973
geboren in: Bonn
lebt in: Berlin

Vita

Michael Ebmeyer, 1973 in Bonn geboren, wuchs in Bielefeld auf, studierte in Tübingen und Barcelona und lebt heute in Berlin.

Während des Studiums war er Mitherausgeber der kurzlebigen Satirezeitschrift "Die Klinik" und Redakteur der Radio-Comedy-Show "Eure Tagesordnung". Als Teil des Ensembles "Die Dusche" brachte er dann komische literarisch-musikalische Kleinode auf die Bühne.

Von 1999 bis 2001 arbeitete er als wissenschaftlicher Angestellter im Fach Komparatistik an der Uni Tübingen, leitete mehrere Proseminare und publizierte einiges in philologischen Zeitschriften, vor allem über katalanisches Theater. Im Frühjahr 2000 hatte er mit "Bitte nicht füttern. Eine Novelle in Dialogen" in der Zeitschrift "manuskripte" seine erste größere literarische Veröffentlichung.

Mit dem Erscheinen seines Erzählbands "Henry Silber geht zu Ende" zog Michael Ebmeyer 2001 nach Berlin. Seither ist er freier Schriftsteller sowie Übersetzer aus dem Englischen, Spanischen und Katalanischen.

Außerdem machte er Texte an Musik als Mitglied der Gruppe "Fön". Seit Jahren befindet sich Fön allerdings im Standby-Modus, und es wird immer unwahrscheinlicher, dass er sich noch einmal aufrafft. Eine Phase leicht erhöhter Aktivität 2016/17 kann darüber nicht hinwegtäuschen.

Michael Ebmeyer schrieb für das jetzt-Magazin der Süddeutschen Zeitung und war von 2005 bis 2008 Kolumnist bei der Zeitschrift NEON. Seit 2003 hat er, teil alleine, teils mit der Gruppe Fön, zahlreiche Schreibworkshops im In- und Ausland geleitet.

2002 erschien sein Roman "Plüsch", 2004 die Fön-CD "Wir haben Zeit" sowie der Abenteuerroman "K.L. McCoy - Mein Leben als Fön" (zu viert verfasst). 2005 folgte der Roman "Achter Achter", 2007 die "Gebrauchsanweisung für Katalonien". Ebenfalls 2007 veröffentlichte Fön seine zweite CD "Ein bisschen plötzlich".

Der Roman "Der Neuling" (2009) führte Michael Ebmeyer auf ausgiebige Lese- und Konzerttouren zusammen mit der schorischen Sängerin Tschyltys Tannagaschewa, sowohl durch den deutschsprachigen Raum als auch durch Sibirien. Sein Roman "Landungen" – über deutsche Argentinienauswanderer und ihre Nachfahren – erschien im Herbst 2010.

2012 lief "Ausgerechnet Sibirien" im Kino, die Verfilmung von "Der Neuling". Das Drehbuch schrieb Michael Ebmeyer zusammen mit Minu Barati.

2013 erschien Jordi Puntís Roman "Maletes perdudes", von Michael Ebmeyer aus dem Katalanischen übersetzt, unter dem Titel "Die irren Fahrten des Gabriel Delacruz". Im selben Jahr war Michael Ebmeyer mit seinem Roman "Der Neuling" und der Verfilmung "Ausgerechnet Sibirien" abermals auf großer Russlandtour, organisiert von den Lektor*innen der Robert-Bosch-Stiftung.

Vor der WM 2014 veröffentlichte er ein sportlich-kritisches kleines Sachbuch, "Das Spiel mit Schwarz-Rot-Gold. Über Fußball und Flaggenfieber". Seit 2015 zählt er zu den "Freitext"-Autoren auf Zeit Online. 2016 war er, zusammen mit Mareike Krügel, Dozent am "Schreiblabor" des Literaturhauses Hamburg.

Michael Ebmeyer ist Co-Autor von Heiko Maas' "Aufstehen statt wegducken. Eine Strategie gegen Rechts" (2017) und von Stephan A. Jansens "Befreiung der Bildung" (2018).
Für Annalena Baerbocks Buch "Jetzt. Wie wir unser Land erneuern" (2021) führte er mit der Kandidatin lange Gespräche über ihre Biografie und ihren Weg in die Politik. Die Textfassung dieser Gespräche bildete dann eine der Grundlagen, anhand derer Annalena Baerbock das Buch schrieb. An der Endfassung des Buchs war Michael Ebmeyer nicht mehr beteiligt, mit den beanstandeten Stellen hat er nichts zu tun. 

Im Herbst 2019 sollte er gemeinsam mit der bolivianischen Lyrikerin Rery Maldonado ein Seminar an der Universidad Mayor San Andrés (UMSA) in La Paz leiten und war Mitglied der Jury zum Premio nacional de novela (Nationaler Buchpreis, Kategorie Roman) in Bolivien. Deshalb wurde er Zeuge der Unruhen, die zum Rücktritt Evo Morales' führten, und schrieb darüber für "Zeit Online" und für die "Republik" (www.republik.ch).

2020/21 erschienen einige von Michael Ebmeyer übersetzte Bücher:
– Jordi Puntís Fußballbuch "Messi. Eine Stilkunde" (aus dem Katalanischen) bei Kunstmann;
– die Lyrikbände "Sprengkopf" von Néstor Mendoza und "Chaosforschung" von Rery Maldonado (aus dem venezolanischen und dem bolivianischen Spanisch), jeweils bei hochroth Heidelberg;
– Najat El Hachmis Roman "Eine fremde Tochter" (aus dem Katalanischen) bei Orlanda.
– Jesús Ortegas Kurzgeschichten "Der Nagel an der Wand" (aus dem Spanischen) bei hochroth Heidelberg;
– die zweisprachige Gedichtauswahl "Jemand anders sein und es nicht wissen" / "Como ser otro y no saberlo" von Humberto Quino (aus dem bolivianischen Spanisch) bei hochroth Heidelberg.

Zusammen mit Daniela Dröscher organisiert Michael Ebmeyer 2020 und 2021 in Berlin die Veranstaltungsreihe "Let's talk about class. Wege aus dem Klassenkrampf".

Kurze neue Texte sowie Links zu seinen journalistischen Arbeiten legt er auf seiner Website  https://michaelebmeyer.wordpress.com ab, die er allerdings längst in ein zeitgemäßes Layout hätte überführen müssen.

Würdigung

2021 Recherchestipendium des Berliner Senats für das Romanprojekt "Altiplano" (Arbeitstitel)

2020 Übersetzungsstipendium von AC/E – Acción Cultural Española für Jesús Ortegas "Der Nagel an der Wand"

2020 Übersetzungsstipendium Litprom für Rery Maldonados "Chaosforschung"

2020/21 Projektförderung (spartenoffen) des Berliner Senats für die Veranstaltungsreihe "Let's talk about class"

2018 Dietrich-Oppenberg-Medienpreis für Journalisten (1. Preis) für den Text "Liebe, seitenweise", veröffentlicht in "Süddeutsche Zeitung Familie"

2011 Barcelona-Aufenthaltsstipendium "Residència de traductors" des Institut Ramon Llull für die Arbeit an der Übersetzung von Jordi Puntís "Maletes perdudes". 

2010 Drehbuchförderung der Filmstiftung Nordrhein-Westfalen für die Arbeit am Script "Ausgerechnet Sibirien" auf Basis des Romans "Der Neuling"

2007 "Grenzgänger"-Stipendium der Robert-Bosch-Stiftung für die Arbeit am Roman "Der Neuling"

2006 Jury-Hauptpreis und Publikumspreis beim Wettbewerb "Das politische Lied" des Festivals "MACHTMUSIK", Leipzig, für das Fön-Stück "Sonst noch Wünsche"

2005 Hauptpreis der Videonale, Bonn, für das Poetry-Video "Bar/Vegetation" (gemeinsam mit Roland Schappert)

Werk

Eigenständige Veröffentlichungen

Veröffentlichungen in Anthologien

He Shot Me Down: Rock'n'Crime Stories

Rotbuch Verlag 2011Kurzgeschichte "Der letzte Schrei"

Amor global y otras infamias

Laia Libros, Barcelona 2003Kurzgeschichte

sch - Das Buch des Scheiterns

Taz 2003Kurzgeschichte und Föntext

Verlieben, Lieben, Entlieben

Kiepenheuer & Witsch 2001Kurzgeschichte "Strähnen"

24h Berlin

Steidl 2009Literarische Reportage

Roland Schappert: Poetry Kooperationen: Mit Gästen

Salon 2003Dialog und Lyrik

Dorf und Dörflichstes: Kurzgeschichten

Geest-Verlag 2001Kurzgeschichte "Ein krummes Bein"

Das jetzt-Tagebuch Losleben

Kiepenheuer & Witsch 2000Tagebuch

Veröffentlichungen in literarischen Zeitschriften

Sparsam in die Binsen gehen. In: Akzente 3 / 2018: Lebensweisheiten

Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG 2018-09-24Essay

Ein Rachen. In: Macondo

Bochum 2004/Nr. 12Kurzgeschichte

K.L. McCoy: Vom Hörensagen (kollektiv verfasst). In: Bella triste

Hildesheim 2004/Nr. 10Kurzprosa

Onkel und Tanten. In: EDIT

Leipzig 2000/Nr. 22Kurzprosa

Stillgelegt. In: Das Magazin

Berlin 2009/JuliKurzgeschichte

Früher. In: Macondo

Bochum 2004/Nr. 11Lyrik

Fetischmarkt. In: Zwischen den Zeilen

Basel 2002/Nr. 18Lyrik

Bitte nicht füttern. In: Manuskripte

Graz 2000/Nr. 147Novelle in Dialogen

Übersetzungen

Der Nagel an der Wand

hochroth 2021Kurzgeschichten

Najat El Hachmi: Eine fremde Tochter

Orlanda 2020Roman

Rery Maldonado Galarza: Chaosforschung

hochroth 2020Lyrik

T. Eßer, T. Stegmann (Hg): Kataloniens Rückkehr nach Europa 1976-2006 – Geschichte, Politik, Kultur und Wirtschaft

LIT 2007Essayband

Jordi Puntí: Messi – eine Stilkunde

Kunstmann 2020Fußballbuch

Néstor Mendóza: Sprengkopf

hochroth 2020Lyrik

Jordi Puntí: Die irren Fahrten des Gabriel Delacruz

Kiepenheuer & Witsch 2013Roman

J.H. Fraser, M. Vishniac Kohn, A. Pomerance (Hg.): Roman Vishniacs Berlin

Jüdisches Museum Berlin/Nicolai 2005Biografie/Fotobuch

sonstige Werke

"Forelle". 29 Kurzhörspiele, gemeinsam mit Kai Schreiber, Genista-Verlag 1994

"Bar/Vegetation" (Poetry-Video, gemeinsam mit Roland Schappert, 2003)

Fön: "Wir haben Zeit" (CD bei Traumton, 2004, gemeinsam mit Bruno Franceschini, Tilman Rammstedt und Florian Werner)

"Henry Silber geht zu Ende" (Hörspiel von Paul Plamper und Nils Kacirek nach Michael Ebmeyers gleichnamiger Kurzgeschichte, mit Songtexten von Michael Ebmeyer, guanako audio 2005)

Zehn Minihörspiele ("Wurfsendungen") für Deutschlandradio Kultur (2006)

Fön: "Ein bisschen plötzlich" (CD bei Traumton, 2007, gemeinsam mit Bruno Franceschini, Tilman Rammstedt und Florian Werner)

Drehbuch zum Spielfilm "Ausgerechnet Sibirien" (zusammen mit Minu Barati), Kinostart Mai 2012

Schwundstufen. Zwölf Minihörspiele ("Wurfsendungen") für Deutschlandradio Kultur (2013)


Zuletzt durch Michael Ebmeyer aktualisiert: 15.11.2021

Literaturport ID: 94